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Digital Strategie und Konzeption aus Hamburg
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Digitales Trend-Blog, das UX-Themen genauso erörtert wie Innovationen und neue Technologien.

Go Minimalist - Wie ein gesellschaftlicher Trend auch Web-Design beeinflusst

 

Minimalismus - ein Begriff, der nicht erst durch Web-Design geprägt wurde. Warum aber ist minimalistisches Design gerade jetzt wieder so wichtig? Und was hat das mit User-Centered Design zu tun?

„Less is more“. Dieses Zitat eines der bedeutendsten Architekten der Moderne, Ludwig Mies van der Rohe, beschreibt, worum es beim Minimalismus geht. Seine Architektur drückt genau das ebenso aus wie der Ma-Stil der Japaner: Die Reduktion auf das Wesentliche, das Weglassen von Dingen, die ablenken, Klarheit, manchmal sogar Leere. Auch im Lifestyle finden sich Einflüsse des Minimalismus weltweit wieder. Dazu gehören mitunter die Sharing Economy mit Diensten wie Uber, car2go und Airbnb. 

Die Anwendung von minimalistischen Prinzipien im Web-Design ist soweit nun auch nichts Neues. Allerdings rückt dieser Ansatz in Zeiten multipler Screensizes und Devices wieder mehr in den Fokus von Designern. Die Customer Journey beginnt und endet heute in den seltensten Fällen auf ein und demselben Endgerät. Auf dem Weg zur Arbeit wird der Newsletter des Lieblings-Online-Shops überflogen, in der Mittagspause im Office auf dem Desktop-Rechner der Warenkorb bestückt, und abends findet der Checkout auf dem Tablet Zuhause statt. Das bedeutet aber auch, dass Designs auf unterschiedlichsten Display-Größen funktionieren und konzipiert werden müssen. Dazu kommt das nicht zu vernachlässigende Thema der Bandbreite. Volle, überladene Webseiten sind nicht nur schlechter zu verstehen, sie laden auch massiv länger. Zeit, die wir nicht haben oder nicht mehr investieren wollen, daher kontert Google mit AMP und Facebook mit Instant Articles. Baut sich eine Website nach 3 Sekunden nicht auf, ist der Kunde verloren.

Don`t tell the user why the design makes sense but create a design that makes sense to the user.

Ein wesentlicher Punkt dabei ist, dass das alte Prinzip, wir bauen etwas und erklären dem User dann, wie er es zu benutzen hat, nicht mehr funktioniert. Denn User wissen genau, was sie brauchen und was sie erwarten. Entspricht ein Produkt wie eine Website oder eine App diesen Ansprüchen nicht, sind die wenigsten bereit, sich darauf einzulassen, das Produkt zu erlernen. Deshalb ist auch User-Centered Design wichtiger denn je. 

Wirklich herauszufinden, was der User will, darum geht es. Dank der Popularität von Personas wissen augenscheinlich die meisten Produktentwickler doch genau, wer der Kunde ist und was er erwartet. Aber Personas entstehen oft auch unvalidiert anhand von subjektiver Einschätzung oder weniger Daten. 

“Perfection is achieved, not when there is nothing more to add, but when there is nothing left to take away.” Antoine de Saint-Exupéry

Der Ansatz des User-Centered Design allerdings bindet den wirklichen Kunden bzw. Vertreter seiner Zielgruppen von Anfang an in den Produktentwicklungsprozess mit ein. Ein iterativer Prozess ermöglicht die Validierung der eigenen Annahmen und Konzepte bereits in der Research-Phase, wenn es erst einmal nur um eine Idee geht. Dank Prototyping in Form von Storyboards, Mockups oder gar ganzen funktionalen Produkt-Dummies ist es zu jedem Zeitpunkt möglich, Kundenfeedback einzuholen und in frühen Phasen Features zu verändern oder gar das ganze Konzept zu hinterfragen. 

Die Kundenzufriedenheit steigt, die Qualität des Produktes ist deutlich höher und die Kosten für Produktadaptionen sinken, denn Kundenfeedback wurde bereits im Entwicklungsprozess umgesetzt. Am Ende bringt man so kein Produkt auf den Markt, das Gefahr läuft, nicht gekauft und genutzt zu werden, sondern erreicht das Gegenteil.

 
Chris Weier